GTW vergibt Wissenschaftspreis 2009

Die Arbeitsgemeinschaft Gewerblich-Technische Wissenschaften und ihre Didaktiken (GTW) in der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft e. V. (GfA) zeichnet alle 2 Jahre wissenschaftliche Arbeiten aus, die wichtige Beiträge zur Entwicklung des Erkenntnisstandes in den gewerblich-technischen Wissenschaften und ihren Didaktiken leisten. Im Rahmen ihrer Herbstkonferenz 2009 der GTW in Bremen wurde der von FESTO gesponserte Wissenschaftspreis „Gewerblich-technische Wissenschaften“ an vier Preisträger verliehen. Ausgewählt wurden je zwei Dissertationen und Studienabschlussarbeiten, die einen thematischen Schwerpunkt im Bereich der Arbeits-, Bildungs- und Technikwissenschaften haben. Insgesamt wurden neun Arbeiten mit durchweg sehr gutem Ergebnis aus unterschiedlichen Hochschulen in die engere Wahl genommen.

Vergabe des GTW-Wissenschaftspreises 2009 auf der „MS Treue“ anlässlich der GTW-Herbstkonferenz an der Universität Bremen

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(von links: GTW-Sprecher Prof. Dr. Georg Spöttl, GTW-Sprecher Prof. Dr. Matthias Becker, GTW-Preisträger Dr. Franz-Ferdinand Mersch, FESTO-Vertreter Thomas Mehwald, GTW-Preisträger Dr.-Ing. C. Benjamin Nakhosteen, GTW-Preisträger Patrick Schütz, GTW-Preisträger Marko Taubert, Staatsrat Carl Othmer)

Nach Beratung und Beschlussfassung einer von der GTW gebildeten Auswahlkommission*) wurden die folgenden Arbeiten ausgezeichnet:

Preisträger 2009 im Bereich Dissertationen:

  • Dr. Franz Ferdinand Mersch: „Zusammenhänge von Arbeit, Technik und Bildung im Bau-wesen. Berufswissenschaftliche Grundlagen für didaktische Entscheidungen im Leichtbau.“ Er promovierte mit seiner Arbeit an der Technischen Universität Berlin zum Doktor der Philosophie (Betreuer: Prof. Meyser, TU Berlin).
  • Dr.-Ing. C. Benjamin Nakhosteen: „Technisches Erfahrungswissen in industriellen Produktionsprozessen.“ Er promovierte mit seiner Arbeit an der TU Dortmund zum Doktor der Ingenieurwissenschaften (Betreuer: Prof. Ott, TU Dortmund).

Preisträger 2009 im Bereich Studienabschlussarbeiten:

  • Patrick Schütz: „Konzeption, Realisierung und Erprobung eines Makromodells und eines Modellversuchs zum mikromechanischen Drehratensensor zur Veranschaulichung des ESP-Konzepts im Kraftfahrzeug für Schülerinnen und Schüler.“ Er hat sein erstes Staatsexamen in der beruflichen Fachrichtung Metalltechnik im Saarland abgelegt (Betreuer: Prof. Schütze, Universität des Saarlandes.
  • Marko Taubert: „Lasermaterialbearbeitung als Gegenstand der metalltechnischen Erstausbildung – Konzept für die Integration des Laserstrahlschneidens in den Berufsschulunterricht ausgewählter Metallberufe.“ Er hat sein erstes Staatsexamen in der beruflichen Fachrichtung Metalltechnik an der TU Dresden abgelegt (Betreuer: Prof. Schlausch, Uni Flensburg).

Neben der Exzellenz der Arbeiten war Entscheidungskriterium u. a. auch der Aspekt, dass durch die ausgewählten Arbeiten charakteristische Arbeits- und Forschungsschwerpunkte der gewerblich-technischen Wissenschaften und ihrer Didaktiken repräsentiert werden. Die Analyse betrieblicher Arbeitsprozesse im Bereich der beruflichen Facharbeit, die Entwicklung der Ausbildungsberufe und des beruflichen Ausbildungssystems in einem technischen Berufsfeld, die Bearbeitung neuer bildungspolitischer Fragestellungen in Verbindung mit einer kompetenzfördernden Medienentwicklung und neuen mediengestützten Lernformen sowie die Umsetzung ordnungspolitischer Modernisierungsstrategien in die Ausbildungsarbeit der berufsbildenden Schulen bilden nach Überzeugung der Kommission höchst bedeutsame Handlungsfelder für wissenschaftliche Praxis- und Untersuchungsfelder in den gewerblich-technischen Wissenschaften und ihren Didaktiken.

Besonderer Dank der GTW geht an die Firma FESTO, mit der sich ein namhafter Technologie- und Lehrmittelhersteller bereit gefunden hat, die Preisverleihung finanziell zu unterstützen. Der GTW-Wissenschaftspreis wird regelmäßig im Rahmen der alle zwei Jahre stattfindenden Herbstkonferenzen vergeben.

Die GTW ruft alle Absolventen eines gewerblich-technischen oder berufspädagogischen Studiums sowie Promoventen deutschsprachiger Universitätsstandorte auf, sich in Zukunft noch zahlreicher mit Vorschlägen exzellenter und innovativer Dissertationen und Studienabschlussarbeiten (Staatsexamens-, Diplom- und Masterarbeiten) an dem Auswahlverfahren zu beteiligen. Gutachter und Betreuer von geeigneten Arbeiten ab Mitte 2009 werden gebeten, auf den GTW-Wissenschaftspreis 2011 hinzuweisen.

*) Prof. Dr. Matthias Becker, Uni Flensburg (GTW-Sprecher); Prof. Dr. Gerald Heidegger, Uni Flensburg, Prof. Dr. Johannes Meyser, TU Berlin; Prof. Dr. Joseph Pangalos, TU Hamburg-Harburg; Prof. Dr. Georg Spöttl, Uni Bremen (GTW-Sprecher)